Verarbeitungsprodukte
ArcGIS Drone2Map erstellt mit dem folgenden allgemeinen Prozess aus Drohnenbildern hoch detaillierte 2D- und 3D-Produkte:
Bildausgleichung: Bilder werden einer Bildsammlung hinzugefügt und anhand von Kameramodell- und Metadateninformationen an ihre reale Position angepasst.
Analyse: Bilder werden verzerrungskorrigiert und gefiltert, und zwischen benachbarten Bildern werden Stereomodelle generiert.
Oberflächenrekonstruktion: Produkte werden als Zwischenergebnisse generiert und dann mit den definierten Optionen in das angegebene Dateiformat ausgegeben und geschrieben.
Fertigstellung: Es wird ein Bericht erstellt, der die wichtigsten Details des Projekts zusammenfasst, und etwaige Korrekturen zur Nachbearbeitung werden vorgenommen.
Die Gesamtverarbeitungszeit von Projekten hängt von der verwendeten Hardware, dem Typ der zu verarbeitenden Bilder und den aktivierten Optionen ab. Je nach Umfang der durchgeführten Verarbeitung oder Nachbearbeitung müssen bestimmte Schritte möglicherweise nicht ausgeführt werden, wodurch Produkte schneller generiert werden können.
Benutzungsdefinierte Verarbeitung
Beim Erstellen eines Projekts ist eine Vorlage erforderlich, in der die Verarbeitungsoptionen vordefiniert sind. An diesen Optionen können zusätzliche Änderungen vorgenommen werden, beispielsweise die Verkürzung der Verarbeitungszeit durch Hardwareeinstellungen, die Anpassung der Qualität der Ausgabeprodukte oder das Generieren von Produkten in neuen Dateiformaten. Es können auch benutzungsdefinierte Vorlagen gespeichert werden, in denen vorkonfigurierte Optionen gespeichert und mit denen diese auf neue Projekte angewendet werden, wenn die Vorlagendatei während der Projekterstellung importiert wird. Dies spart Einrichtungszeit und stellt konsistente Ergebnisse sicher.
Zusätzliche Verarbeitungsmethoden
Neben einer Vielzahl allgemeiner Verarbeitungsoptionen können Verarbeitungswerkzeuge Rekonstruktionsprobleme beheben oder zusätzliche 2D- oder 3D-Produkte bereitstellen. Sie lassen sich hauptsächlich in folgende Kategorien einteilen:
Vorverarbeitung: Werkzeuge, die auf einen bestimmten Interessenbereich abzielen und vor Beginn der Verarbeitung konfiguriert werden.
Projektbereich: Die Verarbeitungsgrenze für die Ausgabe von 2D- oder 3D-Produkten. Bilder außerhalb der Grenze werden bei der Ausgleichung dennoch berücksichtigt, aber in den Schritten zur Generierung von Produkten ausgeschlossen. Dies trägt dazu bei, eine übermäßige Verarbeitung nicht erforderlicher Bereiche zu vermeiden.
Gewässermaske: Eine Maske, die über ein Gewässer gezeichnet wird und dazu dient, mangelhafte Rekonstruktionen durch Interpolation und Glättung des Bereichs zu korrigieren. Die Geometrie der Maske kann präzise oder grob sein.
Korrektur-Features: Ein in 2D oder 3D gezeichnetes Feature, das dabei hilft, mangelhafte Rekonstruktionen oder Geometrieprobleme zu korrigieren, beispielsweise eine Gebäudefassade, die uneben oder verzerrt angezeigt wird.
Nachbearbeitung: Werkzeuge, mit denen zusätzliche 2D- oder 3D-Produkte geändert oder exportiert werden können.
Ausschnittsfläche: Die Shape-Grenze zum Ausschneiden von 2D- oder 3D-Produkten.
Kartennotizen: Punkt-, Linien- und Polygon-Layer, die über 2D-Produkten erstellt werden können, um wichtige Informationen anzuzeigen.
In ArcGIS Pro öffnen: Option zum direkten Öffnen von Projekten in ArcGIS Pro.
Raster exportieren: Erweiterte Raster-Exportfunktionen, mit denen Raster in den gängigsten Formaten ausgegeben werden können.
Kachelpaket erstellen: Option zum Generieren von Kachelpaketen (
.tpkoder.tpkx) für True-Ortho- oder Höhenprodukte.
Erneute Verarbeitung: Werkzeug zum Iterieren vorheriger Verarbeitungsoptionen mit neuen Änderungen und verkürzten Verarbeitungszeiten.
Kachelbasierte Verarbeitung: Verarbeitungsoption, die unterstützte Raster-Produkte als Kacheln generiert, die bei problematischen Rekonstruktionsproblemen ersetzt werden können. Durch die Verwendung der kachelbasierten Verarbeitung muss die Verarbeitung seltener neu gestartet werden.
Verknüpfungspunktoptionen: Anpassung der Verknüpfungspunktparameter, die während des Ausgleichungsschrittes der Verarbeitung verwendet werden. Wenn viele Bilder als unkalibriert angezeigt werden, können bestimmte Parameter erhöht werden, um konsistentere Übereinstimmungen zwischen diesen Bildern zu finden und mögliche Lücken in der Ausgabe von 2D- und 3D-Produkten zu verringern.
Bildhöhen anpassen: Werkzeug zur Korrektur von Höhenversätzen, die zwischen den Flugdaten und der verwendeten Höhenoberfläche auftreten. Höhenanpassungen können mit einem Höhenservice, einem vorhandenen DEM oder manuellen Einstellungen vorgenommen werden. Dadurch werden 2D- und 3D-Produkte korrigiert, die auf einer Karte möglicherweise unverankert über der Höhenoberfläche angezeigt werden.
Anwendungsfälle für die Konfiguration von Verarbeitungsoptionen
Beispiel: Eine Naturschutzorganisation arbeitet an einem Renaturierungsprojekt für ein geschädigtes Feuchtgebiet. Das Gebiet weist eine komplexe Vegetation und turbulente Gewässer auf. Die Organisation möchte eine Karte erstellen, mit der der Fortschritt der Renaturierung verfolgt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Bei der Verarbeitung der Bilddaten wurde jedoch festgestellt, dass das größte Gewässer aufgrund starker Winde eine Lücke aufweist. Durch Anwendung einer Gewässermaske kann dieser Bereich geglättet und den Spendern ein professionelleres Ergebnis präsentiert werden.
Weiteres Beispiel: Ein lokaler Subunternehmer eines Bauunternehmens muss jede Woche mehrere Baugebiete überfliegen und einen Fortschrittsbericht erstellen. Alle Baustellen werden mit denselben Einstellungen und Verarbeitungsoptionen beflogen. Durch die Konfiguration und den Import einer benutzungsdefinierten Vorlage kann der Subunternehmer sicherstellen, dass alle Verarbeitungsoptionen und Produkte automatisch aktiviert werden. Dies ermöglicht eine minimale Einrichtungszeit für Projekte und sorgt für konsistente Projektergebnisse.
Letztes Beispiel: In einem Stadtbezirk wird ein historisches Gebäude renoviert. Der Zustand des Gebäudes muss vor Abschluss der Arbeiten begutachtet werden. Ein Drohnenunternehmen wurde beauftragt, ein 3D-Mesh für das Gebäude zu erstellen, um die Reparaturkosten abzuschätzen. Nach der Generierung der Modelle wurde festgestellt, dass bestimmte Bereiche des Daches des verfallenen Gebäudes nicht korrekt rekonstruiert wurden. Mithilfe von 3D-Korrektur-Features wurden die entsprechenden Bereiche geglättet, sodass die Bilddaten deutlich sichtbar sind, wenn sie über das Mesh gelegt werden. Dadurch können die Reparaturen besser beurteilt werden, da feine Details zu erkennen sind, die andernfalls schwer oder nur unter Gefahr zu erreichen wären.