Benutzerspeicher
ArcGIS Enterprise unterstützt die Konfiguration von Web-Services, die auf Benutzerdaten verweisen, als Alternative zum Kopieren der Daten in ArcGIS Enterprise bei der Veröffentlichung. Wenn ArcGIS Enterprise in der Cloud ausgeführt wird, stehen zusätzliche Datenspeicheroptionen zur Unterstützung referenzierter Web-Layer zur Verfügung. Dazu gehören Cloud-Speicher, verwaltete Datenbank-Services und Cloud-Data-Warehouses.
Die verfügbaren Optionen hängen von dem Typ des Web-Service ab, den Sie veröffentlichen, sowie von der Umgebung, in der ArcGIS Enterprise bereitgestellt wird.
Sie können einen benutzerverwalteten Data Store registrieren, indem Sie in der Organisation ein Data Store Element hinzufügen, ArcGIS Pro verwenden oder direkt über eine ArcGIS-Server-Site, indem Sie Server Manager verwenden.
Datenbanken
Sie können Datenbanken bei ArcGIS Server registrieren, wodurch Sie Services veröffentlichen können, die Daten in diesen Datenbanken referenzieren. Das können Datenbanken sein, die Sie installieren und warten, wie relationale, Dokument- oder Graph-Datenbanken. Die Datenbanken können auch cloudbasierte Datenbank-Services oder Cloud Data Warehouses sein.
Datenbanken, die Sie installieren und warten
Sowohl für lokale als auch für Cloud-Bereitstellungen können Sie eine Datenbank registrieren, die Sie außerhalb von ArcGIS installiert und konfiguriert haben. Verschiedene Datenbankmanagementsysteme sind mit ArcGIS kompatibel, aber jedes System hat unterschiedliche Anforderungen, die Sie berücksichtigen müssen. Weitere Informationen finden Sie unter Unterstützte Datenbanken und Data Warehouses.
Datenbank-Services
Für Cloud-Bereitstellungen stellen Cloud-Anbieter Databases as a Service (DBaaS) bereit, mit denen Sie Datenbanksysteme nutzen können, ohne die zugrunde liegende Software und Hardware installieren, aktualisieren oder warten zu müssen. Diese Services bieten außerdem erhebliche Vorteile hinsichtlich Verwaltbarkeit und Skalierbarkeit. ArcGIS unterstützt verschiedene DBaaS-Lösungen, einschließlich des Speicherns von Enterprise-Geodatabases in diesen. Dies kann eine Alternative zur Installation eines relationalen Datenbankmanagementsystems (RDBMS) wie beispielsweise Microsoft SQL Server, Oracle oder PostgreSQL auf einem virtuellen Computer (VM) in der Cloud sein.
Eine Liste der unterstützten Datenbankservices finden Sie in den Anforderungen für die Verwendung von ArcGIS mit Datenbanken in der Cloud.
Cloud Data Warehouses
Cloud Data Warehouses sind skalierbare, robuste und leistungsstarke Speicherlösungen, die in öffentlichen Clouds als verwaltete Services verfügbar sind. Cloud-Data-Warehouses sind für die Analyse großer Datenmengen optimiert und werden zunehmend als zentraler Speicherort für Daten verwendet. ArcGIS Enterprise unterstützt die Integration von Daten aus Cloud Data Warehouses zur Visualisierung und Analyse.
Weitere Informationen zu den unterstützten Cloud Data Warehouses für die Verwendung mit ArcGIS Enterprise und ArcGIS Pro finden Sie unter Anforderungen für die Verwendung von ArcGIS mit Datenbanken in der Cloud.
Ordner
Sowohl für lokale als auch für Cloud-Bereitstellungen können Sie Ordner registrieren, die GIS-Ressourcen enthalten, wie zum Beispiel Bilddaten. Ein Ordner kann sich lokal auf dem ArcGIS-Server-Computer oder auf einer Netzwerkfreigabe befinden. Lokale Ordner ermöglichen in der Regel einen schnelleren Datenzugriff. Wenn der ArcGIS-Server-Computer mit den lokalen Daten nicht verfügbar ist, ist allerdings auch der Zugriff auf die Daten nicht möglich. Aus diesem Grund wird empfohlen, eine Netzwerkfreigabe zu verwenden, wenn Sie mit mehreren ArcGIS-Server-Sites arbeiten.
Cloud-Speicher
Bei Bereitstellungen in der Cloud können Sie Cloud-Speicher zum Speichern der Daten und Caches für referenzierte Web-Layer verwenden. Die Typen der Layer und die unterstützten Cloud-Speicherservices hängen vom jeweiligen Workflow ab. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter den folgenden Links.
Cloud-Speicher können mit ArcGIS Server als Data Stores registriert und auf folgende Weise verwendet werden:
Speichern von vorgerenderten, zwischengespeicherten Kachelbildern für Karten- oder Image-Services, die für die Darstellung aus einem Cache konfiguriert sind. Die Verwendung von Cloud-Data-Stores als Cache-Verzeichnisse ist eine Alternative zur Speicherung großer Caches in Ihrem Dateisystem.
Speichern von vorgerenderten Caches für Kacheln, Vektorkacheln, 3D Tiles oder Szenen-Layer. Caches werden erstellt und am registrierten Cloud-Speicherort abgelegt, wobei referenzierte Services direkt aus dem Data-Store-Element in ArcGIS Enterprise veröffentlicht werden. Dieser Ansatz spart Zeit bei der Veröffentlichung großer Datasets und vermeidet die Nutzung von Ressourcen auf dem Hosting-Server im Vergleich zur Alternative, alle Daten bei der Veröffentlichung aus ArcGIS Pro zu kopieren.
Speichern von Raster- und Bilddateien, die zum Veröffentlichen referenzierter Bilddaten-Layer verwendet werden können. Dies wird unterstützt, wenn ArcGIS Enterprise für das Image-Hosting oder die Raster-Analyse konfiguriert ist.
Überlegungen zur Latenz für die Integration von Cloud-Services
Bei Verwendung von Cloud-Services für Benutzerdaten kann es zu Latenzen kommen, die sich negativ auf die Performance auswirken können. Wenn Sie beispielsweise ein Cloud Data Warehouse, das in der Region "Eastern US" eines Cloud-Providers ausgeführt wird, bei einer ArcGIS-Server-Site registrieren, die lokal in einem australischen Rechenzentrum ausgeführt wird, müssen Datenanforderungen eine große Entfernung über das Netzwerk zurücklegen. Services, die unter Verwendung dieser Daten veröffentlicht werden, reagieren langsam auf Anforderungen.
Um die Latenz zu minimieren, wird empfohlen, Komponenten in derselben Region desselben Cloud-Providers bereitzustellen. Dadurch wird die Entfernung reduziert, die Informationen im Netzwerk zurücklegen müssen. Wenn Sie beispielsweise Amazon S3 in der AWS-Region "af-south-1" zum Speichern von Bilddaten für die referenzierten Bilddaten-Layer verwenden, sollten alle anderen Komponenten von ArcGIS Enterprise ebenfalls in der AWS-Region "af-south-1" ausgeführt werden. Clients, die Services in ArcGIS Enterprise veröffentlichen, wie beispielsweise ArcGIS Pro, sollten ebenfalls in derselben Site wie ArcGIS Enterprise betrieben werden.
Hinweis:
Esri bietet offiziell keine Unterstützung für Verbindungen mit Cloud-Services für referenzierte Daten, wenn die ArcGIS Enterprise-Softwarekomponenten nicht in der gleichen Region der gleichen Cloud ausgeführt werden.
Überlegungen zu Datenbanken für das Veröffentlichen von Services
Bei der Bereitstellung einer ArcGIS-Server-Site müssen Sie entscheiden, wo Sie die Quelldaten für Ihre Web-Services platzieren. In diesem Abschnitt werden einige geeignete Szenarien für den Einsatz von Enterprise- und File-Geodatabases behandelt.
Überlegungen zur Verwendung einer Enterprise-Geodatabase, vs. einer File-Geodatabase
Es wird allgemein empfohlen, eine Enterprise-Geodatabase zur Verwaltung der Quelldaten für Ihre Karten- und Feature-Services zu verwenden. Eine Enterprise-Geodatabase bietet Hochverfügbarkeit, Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen, Parallelität, Skalierbarkeit und in der Regel einen überragenden Durchsatz. Diese Empfehlung setzt jedoch voraus, dass Ihr Unternehmen über einen dedizierten Datenbankadministrator verfügt, der die Datenbank optimiert, abstimmt und wartet.
Falls Ihre Organisation keinen Datenbankadministrator beschäftigt und Ihre veröffentlichten Daten relativ statisch sind, kann die Verwendung einer File-Geodatabase eine gute Alternative sein. File-Geodatabases bieten in der Regel eine gute Performance, ohne zusätzliche Konfiguration oder Optimierung zu benötigen. Je nach den Eigenschaften der GIS-Daten kann eine File-Geodatabase eine bessere Performance erbringen als eine Enterprise-Geodatabase, wenn die Datenbank, in der die Enterprise-Geodatabase gespeichert ist, nicht optimiert und gewartet wird.
Bei Karten- und Globus-Caching-Workflows, bei denen in schneller Folge zahlreiche Lesezugriffe auf die Daten erfolgen, bieten File-Geodatabases, auf die über lokale Pfade zugegriffen wird, oft eine bessere Performance als Enterprise-Geodatabases.
Bevor Sie sich für die Verwendung einer File-Geodatabase entscheiden, sollten Sie bedenken, dass einige Funktionen von Enterprise-Geodatabases, wie beispielsweise Versionsverwaltung, Geodatabase-Replikation und Archivierung historischer Daten, in File-Geodatabases nicht verfügbar sind. Zudem stehen in File-Geodatabases keine Standardfunktionen von Datenbankmanagementsystemen wie Protokollierung, Sicherung und Wiederherstellung sowie Failover-Konfiguration zur Verfügung.
Überlegungen zu File-Geodatabases
Wenn Sie eine File-Geodatabase als Datenquelle verwenden, legen Sie auf jedem ArcGIS-Server-Computer eine identische Kopie der File-Geodatabase an. Beispielsweise muss in einer ArcGIS-Server-Site mit drei Computern jeder Computer auf seine eigene Kopie der File-Geodatabase zugreifen. Konfigurieren Sie die ArcGIS-Server-Site nicht so, dass sie über das Netzwerk auf eine einzelne File-Geodatabase zugreift.
Diese Konfiguration minimiert den Netzwerkverkehr zwischen den verschiedenen ArcGIS-Server-Komponenten und verringert E/A-Konflikte beim Zugriff auf die File-Geodatabases. Zu den Faktoren, die potenzielle Konflikte bei der Festplatten-E/A-Verarbeitung für eine gemeinsam genutzte File-Geodatabase beeinflussen, gehören die Anzahl der Layer im Kartenservice, der Datentyp in der File-Geodatabase und das Dateispeichergerät.
File-Geodatabases sind für die schreibgeschützte Nutzung mit ArcGIS Server konzipiert. Deshalb können Sie keine Feature-Services veröffentlichen, die Daten in einer File-Geodatabase referenzieren. Zudem muss in Fällen, in denen es sich bei der File-Geodatabse um eine Veröffentlichungs-Geodatabase handelt (bei Workflows für unidirektionale Replikation), die Synchronisierung des Replikats während Inaktivitätsphasen des Kartenservices erfolgen oder dadurch, dass die File-Geodatabase aus der Nutzung durch den Kartenservice freigegeben wird. Sie können die Geodatabase freigeben, indem Sie den Service anhalten oder – bei Sites mit mehreren Computern – die ArcGIS-Server-Sites vorübergehend aus der Site entfernen und sie nach der Aktualisierung der File-Geodatabase wieder verbinden.
ArcGIS Server kann die Schemasperre für File-Geodatabases nicht deaktivieren.
File-Geodatabases und Karten-Caching
File-Geodatabases eignen sich sehr gut für Karten-Caching-Szenarien. Indem Sie auf jedem Computer, der am Cache arbeitet, eine identische File-Geodatabase installieren, können Sie mehrere Aufrufe der Enterprise-Geodatabase vermeiden, die sonst über das Netzwerk erfolgen müssten. Das kann die Last Ihrer Datenbank verringern und das Caching beschleunigen.
Sie können eine unidirektionale Replikation aus einer Enterprise-Geodatabase verwenden, um diese File-Geodatabase zu erstellen. Sie können sogar in die Projektion der Karte replizieren, die gecacht wird. Ein gängiges Beispiel ist das Caching einer Webkarte in der WGS 1984 Web Mercator (Auxiliary Sphere)-Projektion, die von ArcGIS Online, Bing Maps und Google Maps verwendet wird. Diese Projektion wird normalerweise nicht für die Speicherung Ihrer Datensätze in einer Enterprise-Geodatabase empfohlen, eignet sich jedoch gut für das Caching einer Webkarte aus einer File-Geodatabase.