Ereignisse ermitteln (GeoAnalytics Server Tools)
Zusammenfassung
Erstellt einen Layer mit den Features, die eine bestimmte Bedingung erfüllen.
Legacy:
Die Erweiterung "ArcGIS GeoAnalytics Server" wird in ArcGIS Enterprise abgekündigt. Die letzte Version von GeoAnalytics Server war in ArcGIS Enterprise 11.3 enthalten. Dieses Geoverarbeitungswerkzeug steht in ArcGIS Enterprise 11.3 und früheren Versionen zur Verfügung.
Abbildung

Verwendung
Dieses Geoverarbeitungswerkzeug ist in ArcGIS Enterprise 10.6 oder höher verfügbar.
In der folgenden Tabelle wird die Terminologie für das Werkzeug Ereignisse ermitteln beschrieben:
Begriff
Beschreibung
Track
Eine Sequenz aus Features mit aktivierten Zeiteigenschaften vom Typ "Zeitpunkt". Ob sich Features in der Sequenz befinden, wird durch ein Track-Kennungsfeld bestimmt. Die Features werden nach Zeit geordnet. Nehmen wir als Beispiel eine Stadt mit einer Flotte von Schneepflügen, deren Position alle 10 Minuten aufzeichnet wird. Die unterschiedlichen Tracks können jeweils durch die Fahrzeug-ID identifiziert werden.
Ereignis
Features, die eine gewünschte Bedingung erfüllen.
Zeitpunkt
Ein einzelner Zeitpunkt, der durch eine Startzeit, aber keine Endzeit dargestellt wird. Eingaben in Ereignisse ermitteln müssen vom Zeittyp "Zeitpunkt" sein.
Intervall
Ein Zeitraum, der durch eine Start- und Endzeit dargestellt wird.
Betrachtetes Feature
Beschreibt das Feature, das analysiert wird. Während der Analyse werden alle Features analysiert.
Ereignisse sind Features, die eine bestimmte Bedingung erfüllen.
Ereignisse ermitteln erzeugt eine neue Ausgabe. Die Eingabe wird nicht modifiziert.
Ereignisse ermitteln kann für Tabellen sowie für Punkt-, Linien- oder Polygon-Features ausgeführt werden. Für den Eingabe-Layer müssen Zeiteigenschaften aktiviert sein, und die enthaltenen Features müssen einen Zeitpunkt darstellen.
Verwendet werden nur Eingabe-Features, die einen Zeiteintrag enthalten. Features ohne Zeiteintrag werden ausgeschlossen.
Tracks werden durch die eindeutige Kombination von Track-Felden dargestellt. Wenn beispielsweise die Felder
flightIDundDestinationals Track-IDs verwendet werden, befinden sich die Features[ID007, Solden]und[ID007, Tokyo]in zwei getrennten Tracks, da sie verschiedene Werte für das FeldDestinationaufweisen.Bedingungen werden mit Arcade-Ausdrücken erstellt. Eine Startbedingung ist erforderlich, und eine Endbedingung ist optional. Wenn Sie nur eine Startbedingung verwenden, beginnt das Ereignis, wenn die Startbedingung als "true" ausgewertet wird, und endet, wenn die Startbedingung als "false" ausgewertet wird. Wenn zum Beispiel ein Track die Werte
[0, 10, 15, 20, 40, 10, 12, -2, -12]enthält und die Startbedingung$feature["values"] > 15lautet, gelten die Features mit[True]als Ereignisse. In diesem Fall ergibt sich[0: False, 10: False, 15: False, 20: True, 40: True, 10: False, 12: False, -2: False, -12: False], wobei nur Werte über 15 Ereignisse sind. Wenn Sie die Endbedingung$feature["values"] < 0anwenden, ergibt sich[0: False, 10: False, 15: False, 20: True, 40: True, 10: True, 12: True, -2: False, -12: False]. In diesem Beispiel beginnt das Ereignis, wenn die Startbedingung erfüllt ist, und jedes folgende Feature ist ein Ereignis, bis die Endbedingung erfüllt ist. Diese Beispiele werden in der folgenden Tabelle beschrieben:Position
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Wert
0
10
15
20
40
10
12
-2
-12
Start:
$feature["values"] > 15und kein EndeFalseFalseFalseTrueTrueFalseFalseFalseFalseStart:
$feature["values"] > 15und Ende:$feature["values"] < 0FalseFalseFalseTrueTrueTrueTrueFalseFalseBei Anwendung eines Zeitintervalls werden Tracks in einem festgelegten Intervall segmentiert. Wenn Sie die Zeitintervallgrenze beispielsweise auf 1 Tag festlegen, beginnend am 1. Januar 1990 um 9:00 Uhr, werden alle Tracks jeden Tag um 9:00 Uhr abgeschnitten. Durch diese Aufteilung wird die Rechenzeit beschleunigt, da für die Analyse kleinere Tracks erstellt werden. Wenn die Unterteilung nach einer wiederholt auftretenden Zeitintervallgrenze sinnvoll für Ihre Analyse ist, ist sie für die Big-Data-Verarbeitung zu empfehlen.
Bedingungen werden mit Arcade-Ausdrücken erstellt und können Tracking-bezogen sein.
Weitere Informationen zu Arcade-Ausdrücken in GeoAnalytics Server für Ereignisse ermitteln
Ein Track kann mehrere Ereignisse aufweisen.
Ausgabe-Features geben dann die Felder der Eingabe sowie die folgenden zusätzlichen Felder aus:
IncidentID—Eine eindeutige ID, die jedes Feature, das ein Ereignis ist, erhält.IncidentStatus—Ein Zeichenfolgefeld, das den Status eines Ereignisses angibt. Der Wert ist dannnull, wenn das Feature kein Ereignis ist,Started, wenn das Feature das erste Ereignis ist, das die Startbedingung erfüllt,OnGoing, wenn das Feature noch ein Ereignis ist, undEnded, wenn ein Feature kein Ereignis mehr ist. Ein einzelner Track kann mehrere Ereignisse aufweisen. Zum Beispiel ergeben sich bei einem Track mit den Werten[0, 10, 15, 20, 40, 10, 12, -2, -12]und der Startbedingung$feature["values"] > 15alsIncidentStatusdie Werte[0: null, 10: null, 15: null, 20: Started, 40: OnGoing, 10: Ended, 12: null, -2: null, -12: null].IncidentDuration—Die Zeit in Millisekunden, während der ein Ereignis auftritt. Dies wird als Differenz zwischen dem gewünschten Feature und dem Feature, das das Ereignis gestartet hat, berechnet.Instant_Datetime—Der Zeitpunkt, an dem das Feature aufgetreten ist.
Features sind in jedem Track in zeitlicher Reihenfolge angeordnet. Die Startbedingung wird beginnend beim ersten Feature ausgewertet, bis sich "true" ergibt. Sobald ein Feature die Startbedingung erfüllt, werden die nächsten Features ausgewertet, bis die Startbedingung "false" ergibt (wenn keine Endbedingung angegeben wurde) oder bis die Endbedingung "true" ergibt (wenn eine Endbedingung angegeben wurde). Sobald diese Bedingung erfüllt ist, endet das Ereignis, und der Prozess beginnt erneut. Ein Track kann mehrere Ereignissegmente enthalten. Zum Beispiel ergeben sich für einen Track mit den Werten
[10, 20, 30, 40, 50, 10, 20, 30, 40, 50, 10, 20]und der Startbedingung$feature["values"] > 20zwei Segmente aus Ereignissen[10: null, 20: null, 30: Started, 40: OnGoing, 50: OnGoing, 10: Ended, 20: null, 30: Started, 40: OnGoing, 50: OnGoing, 10: Ended, 20: null].Zur Berechnung der Dauer eines Ereignisses in Millisekunden wird von der Zeit des Features der Start eines Ereignisses subtrahiert. Die Dauer wird nur dann berechnet, wenn das Feature den Status
Started,OnGoingundEndedbesitzt. Die Dauer für ein Feature mit dem StatusStartedist immer 0.Wenn Sie einen oder mehrere der folgenden Schritte durchführen, können Sie die Performance des Werkzeugs Ereignisse erkennen verbessern:
Legen Sie die Ausdehnungsumgebung so fest, dass nur die gewünschten Daten analysiert werden.
Geben Sie nur die Ereignis-Features aus.
Teilen Sie die Tracks mit dem Parameter Aufteilung nach Zeitgrenze.
Verwenden Sie lokale Daten an der Stelle, an der die Analyse ausgeführt wird.
Dieses Geoverarbeitungswerkzeug wird von ArcGIS GeoAnalytics Server unterstützt. Die Analyse erfolgt auf GeoAnalytics Server, und die Ergebnisse werden in den Inhalten in ArcGIS Enterprise gespeichert.
Bei der Ausführung von GeoAnalytics Server-Werkzeugen wird die Analyse auf dem GeoAnalytics Server ausgeführt. Für eine optimale Performance sollten die Daten dem GeoAnalytics Server über Feature-Layer zur Verfügung stehen, die auf Ihrem ArcGIS Enterprise-Portal gehostet werden. Alternativ können Big-Data-Dateifreigaben verwendet werden. Daten, auf die GeoAnalytics Server nicht lokal zugreifen kann, werden vor Analysebeginn auf den GeoAnalytics Server verschoben. Dadurch dauert die Ausführung eines Werkzeugs länger. Es kann zudem vorkommen, dass das Verschieben der Daten von ArcGIS Pro zum GeoAnalytics Server fehlschlägt. Die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers hängt dabei von der Netzwerkgeschwindigkeit sowie der Größe und Komplexität der Daten ab. Es wird empfohlen, dass Sie Ihre Daten stets freigeben oder eine Big-Data-Dateifreigabe erstellen.
Weitere Informationen zum Freigeben von Daten in Ihrem Portal
Weitere Informationen zum Erstellen einer Big-Data-Dateifreigabe über Server Manager
Parameter
| Beschriftung | Erläuterung | Datentyp |
|---|---|---|
|
Eingabe-Layer |
Die Eingabe-Features, die potenzielle Ereignisse enthalten. |
Record Set |
|
Ausgabename |
Der Name des Ausgabe-Feature-Service. |
String |
|
Track-Felder |
Ein oder mehrere Felder, die zum Identifizieren eindeutiger Tracks verwendet werden. |
Field |
|
Startbedingung |
Die Bedingung, die zum Identifizieren von Ereignissen verwendet wird. Die Ausdrücke werden in Arcade geschrieben und können die Operatoren [+ - * / ] sowie mehrere Felder enthalten. Wenn der Layer der Karte hinzugefügt wird, können die Filter Felder und Helper zum Erstellen eines Ausdrucks verwendet werden. |
Calculator Expression |
|
Endbedingung (Optional) |
Die Bedingung, die zum Beenden von Ereignissen verwendet wird. Wenn keine Endbedingung angegeben wurde, enden Ereignisse, sobald die Startbedingung nicht mehr erfüllt ist. Die Ausdrücke werden in Arcade geschrieben und können Operatoren sowie mehrere Felder enthalten. Wenn der Layer der Karte hinzugefügt wird, können die Filter Felder und Helper zum Erstellen eines Ausdrucks verwendet werden. |
Calculator Expression |
|
Ausgabemodus (Optional) |
Gibt die Features an, die zurückgegeben werden.
|
String |
|
Data Store (Optional) |
Gibt den ArcGIS Data Store an, in dem die Ausgabe gespeichert wird. Alle in einem Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" gespeicherten Ergebnisse werden im WGS84 gespeichert. Ergebnisse, die in einem Data Store vom Typ "relational" gespeichert werden, behalten ihr Koordinatensystem bei.
|
String |
|
Aufteilung nach Zeitgrenze (Optional) |
Zeitspanne zur Aufteilung der Eingabedaten für die Analyse. Bei Angabe einer Zeitgrenze können Sie Werte innerhalb einer bestimmten Zeitspanne analysieren. Bei einer Zeitgrenze von einem Tag, beginnend am 1. Januar 1980, werden die Tracks jeweils zu Beginn des Tages geteilt. Dieser Parameter ist nur in ArcGIS Enterprise 10.7 und höher verfügbar. |
Time Unit |
|
Bezugszeit der Zeitgrenze (Optional) |
Bezugszeit zur Aufteilung der Eingabedaten für die Analyse. Zeitgrenzen werden für die gesamte Zeitspanne erstellt, wobei der Bezugszeitpunkt nicht zwangsläufig am Beginn der Zeitspanne liegen muss. Ohne Angabe einer Bezugszeit wird der 1. Januar 1970 verwendet. Dieser Parameter ist nur in ArcGIS Enterprise 10.7 und höher verfügbar. |
Date |
Abgeleitete Ausgabe
| Beschriftung | Erläuterung | Datentyp |
|---|---|---|
|
Ausgabe-Feature-Class |
Die Ausgabe-Features, die eine bestimmte Bedingung erfüllen. |
Record Set |
Umgebungen
Ausgabe-Koordinatensystem, Ausdehnung, Aktueller Workspace
Sonderfälle
- Ausgabe-Koordinatensystem
-
The coordinate system that will be used for analysis. Analysis will be completed in the input coordinate system unless specified by this parameter. For GeoAnalytics Tools, final results will be stored in the spatiotemporal data store in WGS84.
Lizenzierungsinformationen
- Basic: Erfordert ArcGIS GeoAnalytics Server
Verfügbar mit ArcGIS Enterprise 10.6 - Standard: Erfordert ArcGIS GeoAnalytics Server
Verfügbar mit ArcGIS Enterprise 10.6 - Advanced: Erfordert ArcGIS GeoAnalytics Server
Verfügbar mit ArcGIS Enterprise 10.6